Dieses Wochenende (15./16.02.2013) habe ich das erste Mal am Communication Camp – einem besonderen (Barcamp-)Format teilgenommen. Die Besonderheit am Communication Camp wurde den Teilnehmern gleich in Form der übergreifenden Aufgabenstellung angekündigt: Beim Communication Camp werden nicht nur Ideen gesponnen und diskutiert – sondern im Anschluss direkt umgesetzt. Aber mal der Reihe nach.

Darum geht’s beim Communication Camp

Ziel des Communication Camps ist es, einer sozialen oder kulturellen Einrichtung bei ihrem Online-Auftritt auf die Sprünge zu helfen. Das betrifft sowohl die klassische Website als auch die Social Media Kanäle. Wie für kulturelle und soziale Einrichtungen üblich, fehlen auch beim diesjährigen Projektpartner, den Darmstädter kulturhäppchen, entsprechende Ressourcen um mal eben fix den Web-Auftritt auf Vordermann zu bringen. Dankenswerterweise kamen Quäntchen + Glück und die Hochschule Darmstadt auf die Idee, sich dieser Aufgabe im Rahmen eines zweitägigen intensiven Arbeitens anzunehmen.

Am Freitagabend um 18 Uhr ging’s also los in den Räumlichkeiten der Hochschule Darmstadt: Die Organisatoren haben sich und den Projektpartner kurz vorgestellt. Was machen die kulturhäppchen, wer sind die kulturhäppchen und wie sind sie bisher in den Online-Medien vertreten.

Wer bin ich wenn ja, wie viele?

Hier kam ziemlich schnell heraus, dass es der Truppe an einer übergreifenden Dachmarke fehlt, an der sich Außenstehende (Interessierte, Besucher etc.) orientieren können, die aber gleichzeitig auch identitätsstiftend auf die einzelnen Team-Mitglieder wirkt.
Im weiteren Verlauf des Abends kamen wir in lockeren Gruppen zum Brainstorming zusammen, um erste Ideen zu sammeln, was man bei den kulturhäppchen konkret wie tun könnte. Hier stand jeder Gruppe mindestens ein Ansprechpartner des Projektpartners kulturhäppchen Rede und Antwort und lieferte den nötigen Input über den Status Quo.

Kreatives Chaos vs. Standardisierung

Danach ging es wieder in die Gesamtdiskussion, bei der deutlich wurde, dass eine echte Organisation der bisherigen Aktivitäten und konkrete Ansprechpartner für bestimmte Bereiche fehlen – auch ein Projektmanagement ist bisher nicht vorhanden. Im Prinzip herrscht dort noch die Anarchie. Manche äußerten ihre Bedenken, dass eine Optimierung, die im Rahmen des Communication Camps vonstatten gehen soll, auf keinen Fall dieses Chaos aufheben dürfe. Das kreative Chaos gehöre mit zum Charme der kulturhäppchen und zeichne sie aus. Eine Herausforderung also, einen Wiedererkennungswert des Außenauftritts zu schaffen und gleichzeitig das Chaos als Charakteristik der kultuhäppchen bestehen zu lassen!

Der erste Tag ist vorbei

Als letzte Gute Tat am Freitag schafften wir es schließlich, erste Ziele der Online-Kommunikation zu definieren, sprich: Was wollen die kulturhäppchen erreichen? Zunächst hieß es, dass ein Ableger und gleichzeitig das bekannteste „Produkt“ der kulturhäppchen – die Late Night Show – eigentlich keine Werbung mehr brauche. Die Bude sei brechend voll, mehr Zuschauer könne man sowieso nicht aufnehmen. Dass dies kein tragfähiger Grund ist, sich von den Online-Aktivitäten fern zu halten, wurde jedoch auch schnell klar. Die kulturhäppchen wünschen sich nämlich mehr Mitstreiter im Team und die findet man bei der studentisch geprägten Zielgruppe (Anfang 20 bis Mitte 30) vor allem eben auch online. Weiterhin fehlt es an kurzen und knackigen Infos für potenzielle Gäste in der Show. Wesentlicher Knackpunkt: Der, der die kulturhäppchen nicht aus einer der vielen Veranstaltungen im Darmstädter Schlosskeller kennt, der versteht auch durch einen Blick auf die bisherige Website nicht mehr davon. So ging es zumindest mir, als ich vom Projektpartner erfuhr und die Website besuchte. Zwar gibt es einige YouTube-Videos, die während der Auftritte der kulturhäppchen entstanden, die sich aber auch keiner anschaut, weil sie schlicht zu lang sind (Hier wurden wieder die 45 Sekunden angesprochen, nach denen die meisten Videos abgebrochen werden und man sich lieber dem nächsten zuwendet, wenn bis dahin nicht klar geworden ist, worum es geht). Weiterhin ist es den kulturhäppchen wichtig, dass ihre Inhalte aus der Show nicht nach dem Event verpuffen, sondern einen Ort finden, an dem sie dokumentiert sind und auch an Neugierige weitergetragen werden können. Mit der Zielbestimmung endete der erste Tag und ich machte mich in meine Unterkunft, die ich das erste Mal über das Online-Portal Airbnb gebucht hatte.

Zu Beginn des zweiten Tages

Samstagmorgen ging es dann bei gemütlichem Frühstück los mit der Sessionplanung: Wie man das von anderen Barcamps kennt, gab es verschiedene Session-Ideen, zu denen dann in demokratischer Abstimmung Interesse bekundet werden konnte – hier wurden aber alle Vorschläge beachtet und schließlich in einer Session umgesetzt. Es wurden Teams gebildet, die sich mit den Themen Recruiting (wie finden die kulturhäppchen neue Mitmacher), Projektmanagement (wie organisieren sie die interne Kommunikation/wer ist für was verantwortlich), Medienrecht (was muss beim Veröffentlichen von Medien beachtet werden), Design (die kulturhäppchen brauchen ein einheitliches Logo mit Wiedererkennungswert), Website (Navigation und Struktur aufbauen) und Content Strategie (welche Inhalte eignen sich in welcher Form zur Veröffentlichung), befassten.

Ich befand mich im Team der Content-Strategen, in dem wir erst noch einmal konkrete Ziele und Zielgruppen der Online-Kommunikation formulierten und darauf aufbauend passende Inhalte zusammentrugen, die zur Erreichung der Ziele beitragen. Danach überlegten wir uns geeignete Kanäle und Plattformen, auf denen man den Inhalt publiziert, aber auch verlinkt und zum Teilen ermöglicht.

Abschluss

Die 2 Tage endeten mit einer Darstellung der Arbeitsergebnisse, die mich sehr begeistert hat. Wir Teilnehmer konnten den kulturhäppchen eine Facebook-Seite (aus zwei Seiten wurde eine), einen Vorspann für die YouTube-Videos (der Wiedererkennungswert für die Filme bringt), Ideen für Texte (die zur Vorstellung der kulturhäppchen noch fehlen), konkrete Anlaufstellen für das Veröffentlichen von Jobangeboten, ein Logo (das die verschiedenen Ableger der kulturhäppchen unter einer Dachmarke darstellt) und ein wunderbares erstes Design für die neue (alte) Website präsentieren.

Ich habe es sehr genossen, mit vielen Gleichgesinnten in diesem kreativen Umfeld zu arbeiten und gemeinsam etwas auf die Beine zu stellen. Nächstes Mal bin ich gerne wieder dabei. 🙂

Mehr Fotos vom Camp gibt’s auf der Facebook-Seite.

Website des Communication Camp.

5 Responses to Rückblick auf das Communication Camp #CC02
  1. Es hat in der Tat viel Spaß gemacht! Es lebe das chaos-kreative-strukturierte Miteinander! 🙂

  2. […] Ein wei­te­rer Bericht über das CC02 fin­det sich übri­gens bei @contentwerk. […]

  3. Toll, dass ihr da wart. Ihr habt das Communication Camp wirklich bereichert. Und ich glaube, wir konnten den Kulturhäppchen tatsächlich helfen. Auf jeden Fall hat es auch dem Orga-Team unheimlich Spaß gemacht.

    • Hi Birte, ich glaub auch, dass wir wirklich helfen konnten. Und wenn es nur war, Dinge anzuschubsen und neue Synapsen zu bilden. Schade wär’s auf jeden Fall, wenn die Ansätze nicht weiterentwickelt würden.

  4. […] Ute Klingelhöfer: Rückblick auf das Communication Camp #CC02 […]


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