Selbstständig und erfolgreich sein – Wie geht das?

Hinter dem vielgebrauchten Wort „Erfolg“ steckt ganz schön viel Druck in der Online-Szene. Die Newsfeeds, Podcasts und Blogs sind voll von (Seminar-)Angeboten mit diesem überstrapazierten Begriff, an jeder Ecke wird uns durch den Kauf oder die Handlung einer bestimmten Sache mehr davon versprochen. Daraus resultiert eine gewisse Erwartungshaltung. Doch:

Was ist eigentlich Erfolg?

Laut Duden ist Erfolg das positive Ergebnis einer Bemühung bzw. das Eintreten einer beabsichtigten, erstrebten Wirkung. Allein schon daran merkst du: Erfolg ist etwas sehr Individuelles. Ich kann deine Definition nicht kennen und umgekehrt kannst du meine nicht kennen, solange ich sie noch nicht verraten habe. Doch genau darum soll es in diesem Blogbeitrag gehen.

Die liebe Martina Troyer hat nämlich eine Blogparade zum Thema ausgerufen, in der Unternehmer sich ihrer eigenen Erfolgsdefinition annähern. Los geht’s!

Was Erfolg für mich nicht ist:

In meiner Branche könntest du annehmen, wer viele Follower und Fans hat, der ist auch erfolgreich. Wenn einer also mehr Follower als der andere hat, ist er erfolgreicher, oder?!

Diesem Glauben habe ich noch nie unterlegen. Denn Follower zu bekommen ist einfach, nicht nur, seitdem man sie kaufen kann. Für mich zählt hingegen, ob der digitale Einfluss für etwas Sinnvolles genutzt wird. Etwas, das größer ist, als dass sich dadurch jemand ein schönes Leben auf den Malediven machen und mit gesponserten Posts Social Media Influencer spielen kann.

Genauso ist viele Aufträge oder viel Geld zu haben allein kein Erfolgsgarant für mich. Erfolg spielt sich bei mir immer auf mehreren Ebenen ab, die miteinander im Einklang stehen sollen.

Diese Ebenen sind:

  • Meine Gesundheit
  • Meine Zeit
  • Meine Finanzen
  • Meine Beitrag zur Gesellschaft
  • Mein Spaß und Selbstverwirklichung

Das ist Erfolg für mich:

Im Kleinen bedeutet Erfolg für mich, dass ich an einem Tag das geschafft habe, was ich mir vorgenommen habe. Hier wären wir wieder bei der Definition vom Duden, Erfolg als die Übereinstimmung von Wunsch und Wirklichkeit. Das Gefühl, das geschafft zu haben, was ich mir vorgenommen habe, führt letztendlich dazu, dass ich mir selbst vertrauen kann. Und dieses Gefühl wiederum ermutigt mich, auch am nächsten Tag weiter zu machen. Ganz nebenbei hält es mich auch gesund, denn wenn mein Input und mein Output in einem guten Verhältnis stehen, habe ich nicht das Gefühl, dass etwas stressig ist. Und dauerhafter Stress führt zum Gegenteil von Gesundheit. Schon Arthur Schopenhauer wusste: „Gesundheit ist nicht alles, aber ohne Gesundheit ist alles nichts.“

Meine Gesundheit hat auch damit zu tun, ob ich einen Sinn hinter meiner Arbeit erkenne. Nur stumpf irgendwelchen Zahlen (Umsatzziele, Anzahl Blogbeiträge, Follower oder Newsletterabonnenten) hinterherzurennen, würde mich krank machen. Ich möchte wie gesagt mit meinen Beiträgen einen Beitrag für andere Menschen leisten. Ich stehe nicht auf reine Selbstdarstellung und möchte, dass die Zeit, die sich jemand nimmt, um meine Beiträge anzuschauen, als wertvoll und nicht als verschwendet ansieht. Gleiches gilt für meine Angebote. Ich möchte anderen Menschen helfen, selbst mit ihren eigenen Ideen ein für sie erfolgreiches Leben & Business aufzubauen, an dem sie Spaß haben und die Welt ein kleines Stückchen besser machen – ganz egal, ob das der Angestellte ist, der mit seinen früheren Kollegen ein Start-up gründet oder die Mutter, die nach der Elternzeit wieder arbeiten und sich selbstständig machen möchte. Wertvoller Content, zur richtigen Zeit am richtigen Ort in der richtigen Form sowie die richtige Technik sind meine Mittel der Wahl, um meinen Kunden zu ermöglichen, gesehen und gehört zu werden und schließlich von ihrer Idee leben zu können.

Apropos davon leben können: Geld ist zwar nicht alles und doch ist es mir sehr wichtig. Wenn mein Business mich nicht nährt, dann bin ich in meinem Verständnis auch nicht damit erfolgreich – denn langfristig wird es an meinen Nerven und schließlich an der Gesundheit zehren. Umgekehrt heißt es auch, wenn durch meine Leistungen im Austausch genügend Geld zurückkommt, dann gibt es da draußen Menschen, die das, was ich anbiete, wirklich brauchen. Das heißt, es wird ein Sinn dahinter erkannt und man vertraut mir, dass ich die richtige dafür bin. Messen kann ich das dann am Net Promoter Score, einem Instrument zur Kundenzufriedenheit, von dem ich großer Fan bin. Wenn ich einem Kunden am nach einer Zusammenarbeit die Frage stelle: „Wie hoch ist die Wahrscheinlichkeit auf einer Skala von 0 (gar nicht) bis 10 (auf jeden Fall), dass du mich an deine Freunde und Kollegen weiterempfiehlst?“ und die Antwort eine 9 oder 10 ist, war ich erfolgreich.

Was bei mir niemals zu kurz kommen darf: Der Spaß und genügend Zeit für mich selbst, meine Freundschaften und das Reisen. Zeit, in der ich mich selbst verwirklichen kann. Auch wenn du das vielleicht nicht von mir denkst: Ich verbringe viel lieber Zeit außerhalb des Rechners und Smartphones – am liebsten in der Natur, beim Sport oder unter Menschen anderer Kulturen in einem fremden Land und mit anderer Sprache. Hierfür muss genügend Geld und Zeit da sein, erst dann bin ich in meiner eigenen Definition von Erfolg wirklich erfolgreich.

Schließlich glaube ich, dass Erfolg nicht nur bei mir aus mehreren Ebenen besteht, sondern auch bei anderen. Und dann ist Erfolg zusammengefasst ein Gefühlszustand, den wir selbst mit unseren Handlungen beeinflussen und erreichen können.

Erfolg als Gefühl

Durch meinen Coach Ashley Paquin habe ich zum ersten Mal von der us-amerikanischen Autorin Danielle LaPorte und ihrem Buch „The Desire Map“ gehört. In diesem stellt sie das Konzept der „Core Desired Feelings“ vor. Core Desired Feelings sind die inneren Gefühlszustände, die wir spüren wollen. Wir wollen in Wahrheit nicht das große Haus oder das schicke Auto, sondern wir wollen das Gefühl, das sich dahinter verbirgt: Die Freiheit, die uns das große Haus verspricht, die Unabhängigkeit und Flexibilität, die uns das Auto ermöglicht. Ich kann dir nur empfehlen, deinen Wünschen und Sehnsüchten mal von dieser Seite auf den Grund zu gehen. Im nächsten Absatz zeige ich dir das in Bezug auf Erfolg.

So kannst du deinen Erfolg bestimmen und messen

„Erfolg“ ist wie schon erwähnt ein so voll geladenes und gleichzeitig so nichtssagendes Wort, solange du es nicht selbst für dich definiert hast. Deswegen empfehle ich dir, es auf kleinere Einheiten herunterzubrechen.

Beantworte dir mal die Fragen:

  1. Wie riecht es, erfolgreich zu sein?
  2. Wie schmeckt Erfolg?
  3. Wie hört es sich an, erfolgreich zu sein an?
  4. Wie sieht Erfolg aus?
  5. Wie fühlt sich Erfolg an?

Beispiel:

Vielleicht schmeckt Erfolg für dich nach Austern in deinem Lieblingsrestaurant auf Mauritius. Denn wenn du erfolgreich bist, kannst du es dir leisten, dort hinzufliegen.

Vielleicht fühlt sich Erfolg nach dem Waldboden unter deinen Füßen an. Denn du hast die freien Stunden, um dort viel Zeit zu verbringen.

Vielleicht hört sich Erfolg nach tosendem Applaus an. Denn du hast deine Zuhörer bei einem Vortrag begeistert.

Verstehst du, in welche Richtung es geht? Wenn du dich anhand der fünf Sinne dem Erfolg näherst, dann wirst du auch merken, dass hinter dem Gefühlszustand „Erfolgreichsein“ bestimmte Aktionen stecken. Und diese Aktionen können teilweise sogar sofort umgesetzt werden. Auf jeden Fall kannst du dir einen Plan machen, wie du zu deinem ganz eigenen (vorher noch undefinierten) Erfolg kommst.

Lass dir auf jeden Fall keine Definition von außen aufschwatzen, sondern achte darauf, dass die Definition deiner eigenen entspricht!

Um festzustellen, ob du an einem Tag, einem Monat oder Jahr erfolgreich warst (ich mache es übrigens auf Tagesebene) kannst du dich dann abends vor dem Schlafengehen selbst fragen, ob du die Handlungen unternommen hast, die dich deinen beschrieben Gefühlen, die du mit allen fünf Sinnen wahrnehmen kannst, näher bringen. Und dann ist es auch ganz einfach zu sagen: Ich bin jetzt schon erfolgreich!

Zu meinem eigenen Weg zum Erfolg bin ich übrigens kürzlich von der Hochschule, an der ich studiert habe, befragt worden. Hier kannst du dir meine Antworten im Alumni-Magazin der Hochschule Karlsruhe Technik & Wirtschaft ansehen (aufs Bild klicken, dann öffnet sich das PDF in neuem Fenster):

Ute Klingelhöfer über ihre Erfahrungen als Selbstständige im Alumni Magazin der HS Karlsruhe

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