(Gastbeitrag von Uta Leonhardt) Von der ersten Minute an hat mich der Barcamp-Spirit umgehauen: So viele nette Menschen an einem Ort, so viele inspirierende Gespräche, so viele neue Perspektiven. Meine erste Barcamp-Teilnahme liegt gerade knapp zwei Wochen zurück und deswegen nutze ich die noch taufrischen Erinnerungen gleich mal, um mich an der Blogparade „Dein erstes Barcamp“ von Stefan Evertz zu beteiligen.

Wie wahrscheinlich alle, die sich beruflich regelmäßig mit digitaler Kommunikation und Social Media beschäftigen, bin ich in den letzten Jahren immer mal wieder über das Thema gestolpert. Trotzdem habe ich es erst dieses Jahr beim Barcamp Stuttgart geschafft, auch mal selbst teilzunehmen. Im Nachhinein echt ärgerlich, dass ich es so lange vor mir hergeschoben habe: Hätte ich gewusst, wie viel man von so einer Veranstaltung mitnehmen kann, wäre ich sicher schon viel eher dabei gewesen. Deswegen gleich vorweg mein Tipp an alle, die noch überlegen, ob sie auch mal an einem Barcamp teilnehmen wollen: Nicht lange nachdenken, einfach machen. Es lohnt sich.

Das erste Mal beim #bcs6

Als „klassisches“ Barcamp ohne thematische Einschränkung war das Barcamp in Stuttgart ideal, um die Idee einer „Un-Konferenz“ das erste Mal live zu erleben. Das Publikum bestand (geschätzt) aus drei Vierteln gestandenen Barcampern und einigen Neulingen wie mir. Es war ein bisschen wie bei einem Familientreffen, inklusive Kindertisch und Werwolf spielen bis tief in die Nacht. Genau diese familiäre Atmosphäre macht es wahrscheinlich so leicht, Themen – egal welcher Art – unvoreingenommen zu diskutieren und sich auch mal mit Fragen zu befassen, die man sich vorher so nie gestellt hätte.

Apropos Themen: Das inhaltliche Spektrum der Sessions war eine wirklich großartige Mischung aus Techie-Themen, Pro-Tipps zu (Online-)Marketing und Social Media und Sessions quer durch alle Lebensbereiche, zum Beispiel zu Fitness- und Ernährungsdingen oder gesellschaftspolitischen Fragen. Diese Vielfalt hat mich dann auch am meisten beeindruckt. Jeder kann über alles reden, referieren und diskutieren. Die Sessions, an denen ich teilgenommen habe, waren alle richtig toll – wenn auch aus unterschiedlichen Gründen. Allen gemeinsam war die unheimlich angenehme und offene Diskussionskultur, die mir auf klassischen Tagungen so oft fehlt.

Tipps für Barcamp-Neulinge

1) Einfach anmelden und hingehen

Was soll ich denn auf einem Barcamp? Bringt mir das was? Diese Fragen lassen sich nur beantworten, wenn man es selbst mal ausprobiert hat. Die vielen begeisterten Beiträge zur Blogparade von Stefan Evertz sprechen auf jeden Fall eine deutliche Sprache: Mindestens einmal im Leben sollte jeder ein Barcamp besucht haben. Für die meisten wird es sicher nicht das letzte Mal sein – das Barcamp-Virus ist definitiv hochgradig ansteckend.

2) Fragen stellen

Nicht jeder hat den Mut, gleich auf dem ersten Barcamp eine eigene Session zu halten. Aber ein bisschen Lust auf Austausch braucht man natürlich schon, sonst funktioniert das mit dem Netzwerken nicht. Was mir geholfen hat: jede Menge Fragen stellen – so lernt man am schnellsten neue Leute kennen und erfährt interessante Sachen über die anderen Barcamper. Vielleicht entwickelt sich aus der einen oder anderen Frage dann direkt ein Session-Thema für das nächste Barcamp.

3) Einen eigenen Twitteraccount haben

Ich habe selten so ungläubige Blicke geerntet, wie bei meinem No-Twitter-Outing beim Barcamp Stuttgart. Genauso gut hätte ich sagen können, dass ich hinter dem Mond wohne. Es hat genau vier Gespräche gebraucht bis ich mich noch am ersten Tag dazu entschlossen habe, einen eigenen Twitteraccount anzulegen. Sinnvollerweise sollte man das schon vorher gemacht haben, aber besser spät als nie. Tatsächlich hatte ich den Eindruck, dass sich die Teilnehmer bei einem Barcamp vor allem via Twitter mit neuen Kontakten vernetzen.

4) Über den Tellerrand schauen

Eigentlich wollte ich nur für mich fachlich relevante Sessions besuchen. Die waren auch wirklich interessant und haben mich ein ganzes Stück weiter gebracht. Überraschend waren dann aber die Sessions, die ich für mich unter „Sonstige“ abgelegt und aus reiner Neugier besucht habe: Zum Beispiel die Session zu Spiritualität und Social Media vom Barcamp-Organisator Jan Theofel. Ein Barcamp ist DIE Gelegenheit, um mal aus der eigenen Komfortzone rauszukommen und zu sehen, was es in dieser Welt noch so zu entdecken gibt.

5) Pausen machen

Input, Input, Input – so habe ich die zwei Tage im Stuttgarter Literaturhaus empfunden. Es war spannend, so viel Neues zu lernen und andere Meinungen zu hören, aber es war auch wahnsinnig anstrengend. Da im Sessionplan keine Pausen vorgesehen waren, musste ich einige tolle Sessions ausfallen lassen, um zwischendurch mal was zu essen und ein paar Gespräche zu führen. Am Sonntag war meine Aufnahmefähigkeit dann trotzdem kaum noch vorhanden. Deswegen: Am besten von Anfang an bewusst Pausen einplanen, dann reicht die Energie auch bis zur Abschlusssession.

Und wo lassen sich diese Tipps am besten auf ihre Praxistauglichkeit testen? Auf einem der vielen Barcamps, die in den nächsten Monaten noch geplant sind. Die Barcampliste verrät wo und wann.

3 Responses to Der erste Barcamp-Besuch – 5 Tipps für Newbies
  1. […] Leonhardt: Der erste Barcamp-Besuch – 5 Tipps für Newbies /* Dieser Beitrag wurde am 13. September 2013 von Stefan Evertz in BarCamp veröffentlicht. […]

  2. Danke für diesen anregenden Input. Am kommenden Wochenende werde ich als „Newbie“ in Düsseldorf am BarCamp teilnehmen und bin schon sehr gespannt. Ich selbst twittere schon geraume Zeit, jetzt muss ich meinen Mann noch soweit bringen, der ebenfalls als Neuling mitgeht.

    Ich habe mir gleich mal eine Session „vorgenommen“….jetzt habe ich bis Samstag Zeit, Angst vor der eigenen Courage zu kriegen. Aber ich werde das Ding durchziehen. Und dann auch gerne berichten 😉

    Es ist wunderbar, vorab schon mal ein wenig „Bedienungsanleitung“ von Menschen wie Dir zu bekommen – damit ich am Samstag mit dem Gatten dann nicht völlig verloren im Raum stehe. Danke dafür!

    • Hallo Bettina,

      vielen Dank für dein Feedback, das ich an Uta (von der die Tipps stammen) weitergeben werde. Ich bin schon sehr gespannt, was du vom Barcamp Düsseldorf berichtest. Lass mich auf jeden Fall wissen, wenn du dazu etwas bloggst! 🙂

      (Dein Kommentar war leider im SPAM, deswegen erst die späte Antwort)

      Ute


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